Der Zwischenbericht der Anwaltskanzlei Esecon, die vom Fußball-Bundesligisten damit beauftragt wurde, die mutmaßlich illegale Weitergabe von Mitgliederdaten zu untersuchen, lässt den Vorstand in keinem guten Licht dastehen. Darin heißt es, dass der Verein habe wohl zu „Mitteln gegriffen, die im Sinne von Transparenz und Ethik sicherlich durch die Mitglieder beanstandet werden können.“
Vorstände und Abteilungsleiter sollen versucht haben, die Aufklärung zu verzögern oder gar zu torpedieren. VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger gerät dadurch weiter unter Druck. Damit dürfte auch die Wahrscheinlichkeit sinken, dass er als Präsidentschaftskandidat vorgeschlagen wird.
Die Weitergabe der Datensätze von rund 35.000 Vereinsmitgliedern an Dritte gegen eine Vergütung im Vorfeld der Mitgliederversammlung zum Zwecke der verdeckten Werbung für die Ausgliederung der Profiabteilung bestätigt Esecon indirekt: Es gebe „umfangreiche Anhaltspunkte, dass die Vorwürfe zutreffend sind“, zitiert eine deutsche Tageszeitung.
Die Verantwortlichen könnten demnach wohl schnell ermittelt werden. Noch amtierende Funktionäre würden dies jedoch zu verhindern versuchen. Unter anderem seien Dokumente zurückgehalten und versucht worden, „das juristische Mandat der die Vorwürfe untersuchenden Rechtsanwaltsgesellschaft zu beenden“.
Dies würde zwar dem noch amtierenden VfB-Präsidenten Claus Vogt in die Karten spielen, der von Hitzlsperger öffentlich scharf angegriffen wurde. Allerdings scheint es denkbar unwahrscheinlich, dass er erneut für das Präsidentenamt vorgeschlagen wird, sollte Hitzlspergers Bewerbung nicht berücksichtigt werden.
(jd)
