Während es sportlich gesehen auf dem Platz rund läuft, brennt es hinter den Kulissen lichterloh. Der Machtkampf zwischen den Verantwortlichen spitzt sich zu. VfB-Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger greift Präsident Claus Vogt frontal an und wirft seine Bewerbung um das Präsidentenamt in den Ring.
Zur Begründung führt Hitzlsperger an, dass ein Riss durch den Verein gehe: „Der Riss verläuft zwischen unserem Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Claus Vogt auf der einen Seite und dem gesamten Vorstand der AG und zahlreichen Gremienmitgliedern aus Präsidium, Aufsichtsrat und Vereinsbeirat sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der anderen Seite. Dieser Zustand ist nun endgültig unzumutbar geworden.“
Laut Hitzlsperger sei Vogt eine Gefahr für den Verein geworden. Zur Aufarbeitung der Datenaffäre, bei der Mitgliederdaten an Dritte weitergegeben wurden, habe Vogt „eine Beauftragung ohne Ausschreibung, ohne Kostenschätzung und ohne Projektplan durchgedrückt und bei der Projektleitung die nötige Sorgfalt, Kompetenz und Abstimmung vermissen lassen. Die unkontrolliert ausufernden Kosten führten dazu, dass die AG den Verein unterstützen muss, um ihn vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren.“ Von Vogts ursprünglich geplanten Zielen habe er zudem „so gut wie nichts umgesetzt“.
Vogt selbst setzt sich nun zur Wehr. Hitzlspergers „Kampfkandidatur“ sei ein interner Vorgang und ihm bekannt. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bezeichnet er als „unfaire und persönlichen Anschuldigungen, Angriffe und Unwahrheiten.
Vogt nimmt wie folgt Stellung: „Undurchsichtige Politik wie „Tarnen, Tricksen und Täuschen“, nur meinen eigenen Posten verteidigen, Indiskretionen streuen, die Mitglieder nicht ernst nehmen und sie wissentlich täuschen – das ist mit mir nicht zu machen.“ Und verteidigt sein Vorgehen: „Nachdem, dem derzeitigen Anschein nach, die persönlichen Daten unserer Mitglieder unerlaubt weitergegeben und zu deren Täuschung und Beeinflussung genutzt wurden, habe ich im Namen von 72.500 Mitgliedern die Aufklärung zur Chefsache erklärt. Ich habe, mit Zustimmung des Präsidiums, eine völlig neutrale und unabhängige Kanzlei beauftragt, die Angelegenheit für unsere Mitglieder lückenlos aufzuklären. Die Kosten für die Aufklärung der Anwaltskanzlei wurden von mir regelmäßig kontrolliert und den Kollegen des Präsidiums mitgeteilt.“ Zudem seien die Kosten größtenteils von einer Versicherung gedeckt.
Würde der Vorstandsvorsitzende zusätzlich das Amt des Präsidenten bekleiden, hielte Vogt dies für eine gefährliche Entwicklung: „Dann werden die Interessen des e.V. denen der AG untergeordnet.“ Mitglieder hätten dann kaum noch etwas zu sagen. Vogt sei daran gelegen, dass „wir in und um diesen Verein ehrlich, respektvoll und offen miteinander umgehen. Ich möchte, dass der VfB Anstand und Respekt verkörpert und Werte vorlebt. Dinge, wie sie zuletzt passiert sind, möchte niemand.“
(cm)
