VfB Stuttgart: Hitzlspergers fragwürdige Kandidatur

Der interne Machtkampf schien voll entbrannt: VfB-Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger griff VfB-Präsident Claus Vogt frontal in einem offenen Brief an und sah durch dessen Person gar die Existenz des Vereins gefährdet. Vogt wies die Vorwürfe zurück. Vor dem Bundesligaspiel gegen Leipzig gab es eine gemeinsame Aussprache und die Wogen scheinen vorübergehend geglättet zu sein.

„Wir suchen jetzt beide nach einem gemeinsamen Weg im Sinne des Klubs“, äußerte sich Claus Vogt danach. Und auch Thomas Hitzlsperger zeigte sich „zuversichtlich, dass wir die anstehenden Aufgaben im Sinne des VfB lösen“. Klar ist, dass der Vereinsbeirat bis Ende Januar zwei Kandidaten für die am 18. März stattfindende Mitgliederversammlung benennen muss.

Die dafür herangezogenen Kriterien, welche der Verein selbst aufgestellt hat, lassen Hitzslpergers Kandidatur in einem fragwürdigen Licht erscheinen. Laut Paragraph 16 cc der Vereinssatzung muss der vorgeschlagene Kandidat über eine mindestens zehnjährige Erfahrung in wirtschaftlichen Angelegenheiten in einer hohen Management-Position oder in einer vergleichbaren Führungsposition und/oder im aktiven Leistungssport verfügen.

Darüber könnte Hitzlsperger stolpern, denn er verfügt nicht über die entsprechende wirtschaftliche Erfahrung. 2013 beendete er seine Karriere als Profi-Fußballer. Seit 2016 ist er in unterschiedlicher Funktion beim VfB Stuttgart tätig. Im Februar 2019 wurde er Sportvorstand der AG und seit November 2019 deren Vorstandsvorsitzender. Sollte die sportliche Erfahrung gleichwertig gewichtet werden, sieht die Sache anders aus. Damit würde der Verein allerdings sein Versprechen brechen, dass der Vereinspräsident auch Vorsitzender des Aufsichtsrats sein muss, um das Interesse der über 72.000 Mitglieder gegenüber der AG zu wahren. Ausgang: völlig offen.

(jd)

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