13.04.13 / 11:30 Uhr

Wenig Popularität, viele Patzer

VfB Stuttgart: Die Last der Präsidentschaft

Von: VfB Stuttgart

Nach dem angekündigten Rückzug von Gerd Mäuser als Präsident des VfB Stuttgart lehnen derzeit alle potenziellen Kandidaten, die von Presse und Öffentlichkeit als Nachfolger gehandelt werden, dankbar ab. Kein Wunder, denn das Amt des VfB-Präsidenten war noch nie sonderlich von Erfolgen oder Popularität geprägt.


Die beste Figur machte da noch der erste Präsident Fritz Walter, der nicht nur aufgrund seines Akademikertitels "der Doktor" genannt wurde. Er leitete die Geschicke des VfB Stuttgart von 1944 bis 1968. Sein Nachfolger Hans Weitpert machte eine unglückliche Figur. Sportliche Erfolge blieben während seiner Amtszeit aus. Mit Fußball hatte er ohnehin scheinbar wenig am Hut, denn laut Bericht einer Stuttgarter Tageszeitung blieb er lediglich wegen seiner Versprecher ("Librio") im Gedächtnis. Am Ende seiner Amtszeit war der VfB nur noch zweitklassig.


1975 übernahm Gerhard Mayer-Vorfelder die Präsidentschaft und gab sie ein Vierteljahrhundert nicht mehr ab. Mayer-Vorfelder schien gegen jede Kritik von außen immun zu sein. Sein Geschäftssinn und strategisches Geschick machten ihn nahezu unantastbar – obwohl er zu Ende seiner Amtszeit rund 15 Millionen Euro Schulden hinterließ.


Diese Last musste dessen Nachfolger Manfred Haas übernehmen. Dank seines Konzeptes, mit jungen Spielern aus den eigenen Reihen die Mannschaft aufzubauen, ziehen die "jungen Wilden" im Jahre 2003 in die Champions League ein. Die Fans danken es Haas nicht sonderlich. Der Chef der SV-Versicherungen tritt aufgrund der Doppelbelastung zurück.


Erwin Staudt übernimmt das Amt als erster ehrenamtlicher Präsident 2003, stellt die Weichen für den Stadionumbau und feiert 2007 die dritte Meisterschaft des VfB Stuttgart. 2011 macht er den Weg für Gerd Mäuser frei, der sich bei Mitarbeitern, Sponsoren und Medien keine Freunde macht. Der Aufsichtsrat senkt schließlich den Daumen. Am 3. Juni 2013 räumt Mäuser den Posten. Wer folgt, ist noch völlig offen.

(cm)





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