Größte Frechheit der Fußballgeschichte
Fußball WM 2010 Spielplan: Fehlentscheidung verhilft Deutschland zum Sieg gegen England

Es war die 38. Minute in der Achtelfinalbegegnung Deutschland gegen England. Die Engländer hatten nur eine Minute zuvor den Anschlusstreffer erzielt. Frank Lampard tritt gegen den Ball, 17 Meter vom deutschen Gehäuse entfernt. Torwart Manuel Neuer steht ein bisschen weit vor seinem Kasten, der Ball senkt sich, ein Stadion hält den Atem an. Der Ball klatscht an die Unterkante der Latte. Dann hinter die Linie. Dann wieder an die Latte. Dann Neuer in die Arme. Schiedsrichter Larrionda und sein Linienrichter Espinosa haben nichts gesehen. Es bleibt beim 2:1 für Deutschland.
Diese krasse Fehlentscheidung hat Deutschland womöglich frühzeitig den Sieg beschert und könnte laut Berichte einer deutschen Tageszeitung in England wohl als „größte Frechheit der Fußballgeschichte“ in Erinnerung bleiben. Eine nahezu identische Szene gab es zwischen beiden Mannschaften bereits vor 44 Jahren. Das 3:2 in der 101. Minute des Londoner WM-Finales am 30. Juli 1966 für England ging als Wembley-Tor in die Fußballgeschichte ein. Geoff Hursts Lattenknaller sprang auf, nicht aber hinter die Linie. Das Tor, das kein Tor war, wurde gegeben. Diesmal wurde ein Tor, das eindeutig eines war, aberkannt. Späte Rache oder Genugtuung?
Der Ball war derart offensichtlich hinter der Linie, dass englische Buchmacher den Spielern, die auf ein Tor der Engländer nach einem Lattentreffer gewettet hatten, den Betrag dennoch ausbezahlen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Leistungen der Schiedsrichter bei dieser Fußball WM erhebliche Diskussionen nach sich ziehen. Am Ende bleibt die Frage, was der ganze technische Fortschritt im Stadion nützt, wenn er nicht wirklich als Entscheidungshilfe in kritischen Situationen herangezogen wird.
(rf)

