Harte Kritik nach Bochum-Spiel
VfB Stuttgart: Markus Babbel wirft Fans Heuchelei vor

Nach seiner Entlassung blickt Markus Babbel alles andere als im Zorn zurück. Nach der famosen Rückrunde in der vergangenen Saison schien nun nichts mehr zu gehen: „Ich habe immer alles gegeben für den VfB und auch zuletzt noch mit allen Mitteln versucht, den Verein aus dieser Situation herauszuführen. Mir ist klar, dass, wenn die Ergebnisse ausbleiben, ein Schlussstrich gezogen werden muss.“
Im gleichen Zug übte er harte Kritik an den Fans des VfB Stuttgart, die mit gellenden Pfeifkonzerten die Mannschaft im Spiel gegen Bochum aus dem Konzept brachten: „Die Szenen, die sich gestern abgespielt haben, haben mich sehr nachdenklich gestimmt. Ich habe so etwas auch als Spieler noch nie erlebt. Dass die eigenen Fans vor dem Spiel den Bus stürmen und Spielern Mordzeichen geben, das hat kein Spieler verdient. Vor allem, wenn man sich an die Tragödie um Robert Enke zurückerinnert, muss man feststellen, dass alles Heuchelei war. Wir hatten gestern zwei 19-Jährige auf dem Platz, die ebenso wie der Rest der Mannschaft Angst hatten und total verunsichert waren", wird Babbel vom Verein zitiert.
Rückblickend auf seine Zeit beim VfB Stuttgart bedankte er sich bei Aufsichtsrat, Vorstand, Trainerteam und Spielern für „fünf fantastische Jahre“. Babbel sieht nun dem nächsten Ziel entgegen: dem Bestehen seines Trainerscheins. Abschließend wünschte er seinem Nachfolger viel Glück und dem VfB Stuttgart wieder einen Platz in den Regionen, in die er seiner Meinung nach gehört: ganz oben.
(rf)

